Christi Himmelfahrt: Jetzt sind wir dran!

„Was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?“ So fragen die Engel die Jünger in der Erzählung von der Himmelfahrt zu Beginn der Apostelgeschichte.

Nach seinem Leiden und Sterben ist Jesus seinen Jüngern immer wieder erschienen. Er hat sie erfahren lassen, dass er lebt und hat ihnen in Erinnerung gerufen, was er sie bereits gelehrt hat: dass Gottes Liebe jetzt schon für alle Menschen erfahrbar werden soll. 40 Tage lang ist er ihnen so erschienen. Nun ist damit Schluss!
Jetzt gilt es das Gelernte umzusetzen.
Jetzt ist es an ihnen, Jesu Botschaft zu bezeugen und in seinem Sinne in dieser Welt zu wirken.

Die Zahl 40 hat dabei symbolische Bedeutung. 40 Jahre war das Volk Israel in der Wüste auf dem Weg ins verheißene Land, 40 Tage war Mose auf dem Berg Sinai um Gottes Gebote zu erhalten, 40 Tage ging der Prophet Elia bis zum Gottesberg, 40 Tage war Jesus in der Wüste, bevor er begann öffentlich zu wirken. Die Zahl 40 zeigt eine Übergangszeit an, eine Zeit des Reifens, bevor etwas Neues möglich wird.

Die Geschichte von der Himmelfahrt markiert das Ende der Zeit Jesu und den Beginn der Zeit der Kirche. Deshalb wird in diesem Kontext auch der Heilige Geist verheißen, die „Kraft aus der Höhe“, die dazu befähigt, Jesu Botschaft weiterzutragen, wie es dann am Pfingstfest auch geschehen ist.

An Himmelfahrt und Pfingsten erinnern wir uns an unsere Berufung: dass es an uns ist, Jesu Botschaft in dieser Welt erfahrbar werden zu lassen und dass wir dabei auf Gottes Kraft vertrauen dürfen.

Christ fuhr gen Himmel,
aber keineswegs in die Höhe.
Denn wer da meint,
der Himmel sei oben,
versteht ihn als Raum
wie die Welt oder das All
oder die Atmosphäre.
Himmel aber ist Gott selber.

Christ fuhr gen Himmel,
aber keineswegs in die Ferne.
Denn wer da meint,
der Himmel sei weit entfernt,
versteht ihn als Ort
wie London oder den Mars
oder die Milchstraße.
Gott aber ist in allem nahe.

Christ fuhr gen Himmel,
aber keineswegs von der Erde.
Denn wer meint,
der Himmel sei außerhalb,
versteht nicht seine Größe,
mit der er alles durchdringt
und durchwirkt.
Gott ist das Herz aller Dinge.

Christ fuhr gen Himmel,
aber keineswegs von den Menschen.
Denn wer da meint,
der Himmel sei jenseits,
versteht nicht seine Nähe,
mit der er in allem gegenwärtig ist
und es am Leben erhält.
Gott ist der Quell allen Lebens.

Alois Albrecht


Steffi Brüggemann (Pastoralreferentin)